Hanna, ein typischer "Fall"

"Das ist doch ganz einfach!" Hanna konnte es nicht mehr hören. Von wegen einfach! Die Aufgabe 5 + 3 war für Hanna richtig Arbeit: Erst bis fünf zählen - also 1, 2, 3, 4, 5 - und dann von fünf noch drei Zahlen weiter: 5, 6, 7. Geschafft! Wenn sie dann 5 + 3 = 7 ins Heft schrieb, sah sie schon am Gesicht ihrer Mutter, dass es wieder nicht geklappt hatte. Die Lehrerin riet zum Abwarten und die Mutter versuchte das Problem mit mehr Üben in den Griff zu bekommen.

ein typischer FallHanna war nicht das einzige Kind in der 1. Klasse, das Aufgaben durch Zählen und mit Hilfe der Finger löste. Bis zwanzig konnte sie bald plus und minus fast fehlerfrei rechnen. Es durfte nur nicht eine von diesen blöden Aufgaben sein, bei denen irgendwo vorne eine Zahl fehlt.
Noch schlimmer war es dann bei den ersten Rechengeschichten und bei Aufgaben mit Zehnerübergang. Mutter und Lehrerin waren sich Ende der ersten Klasse einig, dass Hanna ein richtiges Problem mit Mathematik hat. Nach monatelanger Quälerei mit dem Lernstoff der zweiten Klasse und den ersten schlechten Noten in Probearbeiten, auf die Hanna mit einem: "Ich bin eben zu dumm!" reagierte, suchten die Eltern außerhalb der Schule nach Antworten auf ihre Fragen und nach Hilfsangeboten.